08.05.2012 DidS (Dialog in der Statuszeile) Klaus Wenderoth

 

58-zigster Dialog in der Statuszeile

Interview mit Klaus Wenderoth, Unternehmer, DER Druckerei Vergleich – EuropaDruck.com aus Dießen, OT Riederau.

Jan H. Winter: Hallo moin Klaus Wenderoth, herzlich willkommen zum 58 zigsten DidS (Dialog in der Statuszeile) Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen für diesen Dialog. Heute 10:02

Klaus Wenderoth: Hallo Hamburg, hallo Herr Winter, die Zeit nehme ich mir sehr gerne!  Heute 10:04

Jan H. Winter: Was verschlägt einen Westfalen nach Bayern?  Heute 10:04

Klaus Wenderoth:  Ganz ehrlich? Meine Frau hat dieses kleine Wunder vollbracht. Sie hat mich sozusagen aus den westfälischen Wäldern hier an den schönen Ammersee “gelockt”.  Heute 10:06

Jan H. Winter: Dortmund oder Bayern München Fan?  Heute 10:06

Klaus Wenderoth: Weder noch. Ich bin nicht unbedingt ein leidenschaftlicher Fußballfan.  Heute 10:07

Jan H. Winter: Europadruck.com, was ist das?  Heute 10:08

Klaus Wenderoth: Europadruck.com ist ein virtueller Handelsplatz für Printmedien. Genutzt wird dieses Angebot sowohl von Printbuyeren, wie auch von Druckereien. Einfacher: Ein Ausschreibungsportal. Wir vereinfachen die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage in der Druckindustrie.  Heute 10:10

Jan H. Winter: Welchen Service kann ich bei Ihnen nutzen?  Heute 10:11

Klaus Wenderoth: Als Drucksacheneinkäufer: Schnell, einfach und effizient die optimale Druckerei für mein aktuelles Druckprojekt finden. Das ist übrigens kostenfrei. Als Druckerei: Diese gewinnen über unser Portal sehr effizient neue Kunden und Druckaufträge. Vertrieb wie vor 20 Jahren, ist für Druckereien heute kaum noch bezahlbar.  Heute 10:14

Jan H. Winter: Haben Sie mit europadruck.com einen blauen Ozean, also einen neuen Markt, geschaffen? Wie kam es zu der Idee?  Heute 10:14

Klaus Wenderoth: Editieren Da muss man 11 Jahre zurückblicken. Damals waren wir ganz sicherlich einer der “First Mover” mit unserem Geschäftsmodell. Das wurde zunächst einmal in der Druckindustrie belächelt, hat sich aber dann sehr schnell etablieren können. Die Idee entstand letztendlich daraus, dass ich selber über Jahre ein Verlagsobjekt herausgegeben habe. Auch für einen Fachmann war der Druckmarkt schon damals sehr intransparent. Das wollte ich ändern.  Heute 10:19

Jan H. Winter: Sie zitieren Rudi Carrell, Eine gute Idee erkennt man daran, dass sie geklaut wird. Wie oft wurde Ihre Idee geklaut oder kopiert?  Heute 10:19

Klaus Wenderoth: Nachdem wir den Sprung von einem Regionalportal zu einem nationalen Portal geschafft hatten (ca. 2005) ließen die ersten Nachahmer nicht lange auf sich warten. Das hat sich aber bis heute nie als ernstes Problem herausgestellt. Im Gegenteil. Es gibt inzwischen etwa ein halbes Dutzend ähnlicher Portale.  Heute 10:22

Jan H. Winter: Was ist eine Druckanfrage und gibt es mindest Losgrößen?  Heute 10:22

Klaus Wenderoth: Dazu muss man wissen, wie sich das Portfolio unserer Partnerdruckereien zusammensetzt. Es war von Anfang an unser Ziel möglichst alle Druckformate, Auflagenhöhen und Druckverfahren durch unsere angeschlossenen Druckereien abzudecken. Ausnahmen gibt es aber auch, so zum Beispiel der Tiefdruck. Das ist ein vollkommen eigener Markt. Ansonsten können Sie genauso 1 Buch oder auch 3.000.000 Zeitungsbeilagen anfragen.  Heute 10:27

Jan H. Winter: Was würden Sie heute nach 11 Jahren europadruck.com anders anfangen als 2001?  Heute 10:27

Klaus Wenderoth: Wenig. Der Weg bis heute war natürlich trotzdem von vielen Erfahrungen begleitet. Die muss man aber einfach machen. Das gehört dazu. Ein Beispiel: Google Adwords. Da kann man, wenn man nicht wirklich viel Wissen hat, auch sehr viel Geld “in den Sand” setzen.  Heute 10:31

Jan H. Winter: Was verkaufen Sie Ihren Kunden, oder anders gefragt womit macht europadruck Umsatz?  Heute 10:31

Klaus Wenderoth: Ganz einfach. Wir bieten Nutzen. Und das Schöne daran: Sowohl den angeschlossenen Druckereien, wie auch den Drucksacheneinkäufern. Beide Seiten sparen in der Regel Zeit und Geld.  Heute 10:33

Jan H. Winter: Von Bertelsmann zu europadruck.com, wie viel und was haben Sie aus Gütersloh mitnehmen können?  Heute 10:33

Klaus Wenderoth: Bertelsmann war für mich der Einstieg in die Druckindustrie. Das war sehr wichtig. Mir war aber auch sehr schnell klar, dass Bertelsmann nicht auch die Endstation sein sollte. So folgten die Technikerausbildung und Stationen wie Heidelberger Druckmaschinen und Polychrome/Kodak. Was ich aus Gütersloh mitgenommen habe? Die Erkenntnis, dass ich mich unbedingt in der Druckindustrie selbstständig machen wollte. Die erste Gewerbeanmeldung war für mich ein sehr wichtiges Ereignis.  Heute 10:37

Jan H. Winter: Viele meiner Kollegen schreiben gerade ein Buch. Was tun wenn es fertig ist? Verlag suchen, selber drucken lassen, e-book. Was rät der Fachmann?  Heute 10:38

Klaus Wenderoth: Als Autor, ohne Branchenkenntnisse, ist es sicher schwierig einen geeigneten/seriösen Verlag zu finden. Dank des Digitalsdrucks und Produktionsverfahren wie “Books on Demand” würde ich mein eigenes Buch in einer kleineren Auflage drucken lassen. Zusätzlich sollte das Buch auch als E-Book publiziert werden. Das ganz einfach auch deshalb, um zunächst einmal auch eine breitere Marktabdeckung zu erreichen. Letztendlich erscheint ja kaum ein Buch aus reinem Selbstzweck. Vielmehr soll es gelesen und gekauft werden.  Heute 10:45

Jan H. Winter: Welche Rolle spielt Social Media in Ihrer Arbeit?  Heute 10:45

Klaus Wenderoth: Social-Media ist für uns absolut wichtig. Ich gehe sogar weiter: es ist unabdingbar. Wer sich auskennt, weiß aber auch: Social Media kann sich zu einem echten Zeitfresser entwickeln. Gerade deshalb können viele kleine und mittelständische Druckereien diesen Aufwand nicht betreiben. Das übernehmen wir sozusagen stellvertretend. Anders gesagt. Wer nicht dort ist, wo seine Kunden sind, hat früher oder später Probleme. Das gilt auch für Druckereien. Diese haben zum Teil diese Entwicklung sehr lange unterschätzt.  Heute 10:49

Jan H. Winter: Wie oft twittern Sie und vor allem was twittern Sie?  Heute 10:49

Klaus Wenderoth: Wären wir Musiker, Schauspieler oder Politiker, dann würde ich zu Twitter wohl recht einfach etwas sagen können. Aber ganz ehrlich: Die Bedeutung von Twitter für Druckereien oder die Druckindustrie ist mir noch nicht ganz klar. Ich sehe immer mit viel Unbehagen, wenn dort manche Druckdienstleister Flyer, Visitenkarten oder Plakate wie “sauer Bier” anbieten. Diese oft recht plumpen Verkaufsattakten haben auf Social-Media-Plattformen nichts zu suchen. Das erzeugt nur Ablehnung und bringt ganz sicher nicht den gewünschten Erfolg.  Heute 10:55

Jan H. Winter: Wie akquiriert Klaus Wenderoth Kunden?  Heute 10:55

Klaus Wenderoth: Wir haben keinen aktiven Verkauf. Den brauchen wir ganz einfach nicht. Die Druckindustrie in Deutschland ist klein. Unser Geschäftsmodell ist einfach und hat ein absolut klares Profil. Wir bieten einer Druckerei einen kostenfreien Testzugang. Nach 11 Jahren kennen uns die meisten Druckdienstleister und können selbst entscheiden, wann und wie Sie unsere Auftragsdaten am besten nutzen können. Die Druckereien nehmen dann einfach Kontakt zu uns auf.  Heute 11:00

Jan H. Winter: Wo liegt für Sie der Spaß in Ihrer Arbeit?  Heute 11:00

Klaus Wenderoth: Da gibt es gleich mehrere Gründe. Ich mag es, wenn Dinge funktionieren, die man sich vorher überlegt hat. Die Bewertungen vonseiten der Drucksacheneinkäufer bestätigen uns darin, dass über uns die Druckereisuche wesentlich einfacher geworden ist. Die Tatsache, dass manche Druckereien schon länger als 9 Jahre zu uns gehören, zeigt deutlich, dass auch der Nutzen für die Druckereien groß ist. Natürlich ist es ein wunderbares Gefühl ein Unternehmen aufzubauen und an die Spitze in seinem Marktsegment zu führen.  Heute 11:06

Klaus Wenderoth: Letztendlich sind es aber auch die vielen interessanten Menschen, die man in so einem Prozess kennenlernt.  Heute 11:06

Jan H. Winter: Was macht Klaus Wenderoth, wenn er nicht im „Druck-Service“ ist?  Heute 11:06

Klaus Wenderoth: Nun, Sie meinen sicherlich den Privatmenschen Klaus Wenderoth. Viel Zeit bleibt für den leider nicht. Ich versuche einfach meiner Familie und unseren Freunden gerecht zu werden. Und wenn dann noch etwas Zeit bleibt, fahre ich gerne mal zum Fliegenfischen hinaus auf den Ammersee. Nach Möglichkeit ohne jede Verbindung zu Rest der Welt:-)  Heute 11:12

Jan H. Winter: Stellen sie sich vor, Sie haben heute einen Wunsch frei, was wünschen Sie sich?  Heute 11:13

Klaus Wenderoth: Ganz spontan?, soweit das einem Westfalen möglich ist – mehr Zeit :-)  Heute 11:15

Jan H. Winter: Lieber Klaus Wenderoth, vielen Dank für den DidS (Dialog in der Statuszeile), der Dialog mit Ihnen hat mir erstens sehr großen Spaß gemacht und zweitens konnte ich wieder einiges dazu lernen. Wenn das kein guter Tag ist! Vielen Dank.  Heute 11:17

Klaus Wenderoth: Ich danke Ihnen Herr Winter. Eine tolle Idee diese Form eines Interviews. Natürlich nutze ich gerne die Gelegenheit Sie meinerseits zu einem Interview in meinem neuen Blog einzuladen. Weiterhin viel Spaß damit und alles Gute!  Heute 11:19

http://www.europadruck.com

XING-Profil: https://www.xing.com/profile/Klaus_Wenderoth

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